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EK-Technologie

Die Entkörperungstechnologie (EK-Technologie) ist eine hochentwickelte barbische Biotechnologie. Sie wurde ursprünglich von den Barben entwickelt und gelangt erst Jahrzehnte nach dem Zweiten Interplanetaren Krieg auf den Mars.

Die spätere Entwicklung führt schließlich zum Entkörperungsinstitut (EKI).

Zeitliche Entwicklung

  • Entwicklung der EK-Technologie durch die Barben
  • Erste Anwendung auf dem Mars während des Zweiten Interplanetaren Kriegs
  • Weiterentwicklung der Technologie nach dem Krieg
  • Übernahme und Weiterentwicklung durch Marsianer
  • Gründung des Entkörperungsinstituts etwa 30 Jahre nach dem Krieg

Juristischer Hinweis: Der rechtliche Status des Gehirns ist ungeklärt. Ist es immer noch eine Person? Oder ist es ein Gegenstand?

Die barbische Vorstellung vom Körper

Für die Barben ist ein Körper kein unveränderliches Ganzes.

Sie betrachten Körperteile vielmehr als Biotope – als lebende Systeme, die:

  • gepflegt werden können
  • verändert werden können
  • miteinander kombiniert werden können
  • bei Bedarf vollständig ersetzt werden können

Ein beschädigtes Körperteil wird deshalb nicht unbedingt repariert.

Die typische barbische Lösung lautet eher:

Kaputt? Austauschen.

Das gilt auch bei Verletzungen, die ein Marser niemals als Grund für eine vollständige Amputation betrachten würde.

Beispiele:

  • angeknackster Knochen → Gliedmaßenaustausch
  • gestauchte Kralle → möglicherweise komplette Erneuerung
  • beschädigte Haut → Ersatz durch anderes biologisches Gewebe
  • schlecht funktionierendes Organ → Austausch gegen ein anderes Biotop

Farnholz-Beine

Besonders verstörend wird diese Medizin, wenn die Barben natürliche Materialien verwenden.

Ein beschädigtes Bein kann beispielsweise durch ein biologisches Ersatzsystem aus Farnholz ersetzt werden.

Das Ergebnis kann dann so aussehen:

  • Borke statt Haut
  • Holz statt Knochen
  • kleine Äste statt Zehen
  • Blätter, die irgendwo aus dem Bein wachsen
  • lebendes Pflanzengewebe als Teil des Körpers

Für den Barben ist das eine völlig normale medizinische Lösung.

Für einen Marser kann die Situation dagegen ungefähr so aussehen: „Ich hatte eine gestauchte Kralle! Warum habe ich jetzt ein Farnbein?!“

Der Barb versteht das Problem nicht. „Dein Bein wor beschödischt.“

Das Problem mit der Zustimmung

Die Barben handeln dabei nicht unbedingt böse oder grausam.

Das eigentliche Problem ist, dass sie gar nicht auf die Idee kommen, vorher zu fragen.

Für sie ist die Sache selbstverständlich:

  1. Ein Körperteil ist beschädigt.
  2. Ein besseres Biotop steht zur Verfügung.
  3. Das alte Teil wird entfernt.
  4. Das neue Teil wird eingesetzt.
  5. Das Wesen kann wieder funktionieren.

Die Frage „Möchtest du das überhaupt?“ ist in der barbischen Medizin nicht selbstverständlich.

Dadurch entstehen für Marsianer immer wieder bizarre Situationen - gerade in barbischen Lazaretten, wo sie sich nach kriegerischen AUseinandersetzung wiederfinden könnten.

Ein Marser kommt wegen einer Kleinigkeit zum Arzt und wacht anschließend mit einem völlig neuen Körperteil auf.

Vom Körperteil zum Biotop

Aus dieser ungewöhnlichen medizinischen Philosophie entwickelt sich die eigentliche EK-Technologie.

Die Barben lernen, biologische Systeme immer stärker voneinander zu trennen.

Zunächst können einzelne:

  • Organe
  • Gliedmaßen
  • Nervensysteme
  • Sinnesorgane

außerhalb ihres ursprünglichen Körpers erhalten werden.

Der entscheidende Schritt ist schließlich die Entwicklung von künstlichen Biotopen für Gehirne.

Ein Gehirn kann dadurch:

  • aus dem ursprünglichen Körper entfernt werden
  • künstlich versorgt werden
  • außerhalb des Körpers weiterleben
  • mit technischen Systemen verbunden werden

Damit ist die eigentliche Entkörperung möglich.

Die erste Entkörperung auf dem Mars

Während des Zweiten Interplanetaren Kriegs findet die erste bekannte Entkörperung eines marsischen Felinen statt.

Ein schwer verletzter Offizier kann mit herkömmlicher Medizin nicht mehr gerettet werden.

Mithilfe barbischer Biotechnologie wird:

  • sein Gehirn aus dem Körper entnommen
  • der Körper aufgegeben
  • das Gehirn in einen Axolotltank eingesetzt
  • die Versorgung des Gehirns künstlich aufrechterhalten

Damit ist der Offizier zwar körperlos, aber weiterhin am Leben.

Die Technologie stammt zu diesem Zeitpunkt noch von den Barben.

Vom Axolotltank zum Gehirn-HR

Später wird die Technologie weiterentwickelt. Das Gehirn muss nicht mehr dauerhaft in einem Tank bleiben. Es kann mit einem technischen Körper verbunden werden:

Gehirn → künstliches Biotop → Exoskelett: So entstehen die ersten Gehirn-HRs.

Ein Gehirn-HR besitzt:

  • ein lebendes Gehirn
  • künstliche Versorgungssysteme
  • technische Sensoren
  • einen mechanischen Körper
  • Steuerungssysteme für Bewegung und Wahrnehmung

Für die Barben ist auch das nur eine weitere Form eines Biotops.

Für Marsianer ist es wesentlich verstörender:

Ein Körper ohne Körper.

Die EK-Technologie in Kurzform

Die Entwicklung lässt sich vereinfacht so darstellen:

Barbische Körperbiologie

  • Körperteile als Biotope
  • Austausch beschädigter Körperteile
  • künstliche und biologische Ersatzsysteme
  • Erhaltung einzelner Organe außerhalb des Körpers
  • Erhaltung von Gehirnen
  • Entkörperung
  • Axolotltanks
  • Gehirn-HRs
  • Einsatz auf der Scherbe Gottes
  • systematische Probengewinnung
  • geheime Forschung des EKI

Der eigentliche kulturelle Unterschied

Der vielleicht wichtigste Unterschied zwischen Barben und Marsianern liegt gar nicht in der Technik. Er liegt in der Frage, was ein Körper überhaupt ist.

  • Für einen Marser: „Das ist mein Körper.“
  • Für einen Barben eher: „Das ist mein derzeitiges Biotop.“

Und deshalb kann ein Barb vollkommen ernsthaft ein Farnholzbein einsetzen, während der Marser danebensteht und sich fragt, warum zur Hölle niemand vorher gefragt hat.